Lehrerfortbildung 09/2016

DAZ – Deutsch als Zweitsprache

Drei Meppener Schulen machen sich gemeinsam auf den Weg

In einer gemeinsamen Lehrerfortbildung der Grundschulen Paul-Gerhardt-Schule und Overbergschule sowie der kirchlichen Oberschule, Johannesschule Meppen, konnten die beteiligten Lehrkräfte sich mit der Hauptreferentin Frau Ingrid Weis vom ProDaZ-Projektteam der Uni Duisburg/ Essen darüber austauschen, wie Flüchtlingskinder an Schulen integriert werden können und man ihnen auch im Regelunterricht möglichst gut gerecht werden kann.

In einem ersten Block ging zunächst um „Hintergrundwissen“, welches für die Arbeit mit zugewanderten Schülerinnen und Schülern unerlässlich ist. Was ist wichtig beim Erlernen der deutschen Sprache? Wie funktioniert Schrift? Wo bzw. was muss unbedingt geübt werden? Welche „Stolperstellen“ gibt es und wie können wir diese am besten „umschiffen“? Die Aufmerksamkeit der Lehrkräfte richtete sich dabei besonders auf die Fragen, „welche Schrift sollten Kinder erlernen, die in ihrer Herkunftssprache völlig andere Schriftzeichen gelernt haben, Druck- oder Schreibschrift“ und wie man Kindern helfen kann, sich an die deutsche Links-Rechts Orientierung beim Lesen und Schreiben zu gewöhnen“.

In einem weiteren Block wurde thematisiert, wie erfolgreiche Wortschatzarbeit gelingen kann und welche Hilfen die „Generative Textproduktion“ in den doch sehr heterogenen Klassen bietet. So wurde unter anderem die Frage besprochen, „mit welchen Materialien können die Kinder sinnvoll und möglichst selbstständig arbeiten, wenn die Unterrichtsthemen der Klasse aufgrund der geringen Deutschkenntnisse noch zu anspruchsvoll sind“ und „wie der Fachunterricht organisiert werden kann, um allen Kindern gerecht werden zu können“.

Außerdem konnte Frau Weis zusammen mit einer Mitarbeiterin je 1 Fachthema aus den Bereichen Mathematik und Sachunterricht exemplarisch mit den Lehrkräften erarbeiten, um die Bedeutung eines sprachsensiblen Unterrichts zu verdeutlichen und hilfreiche Materialien für die Flüchtlingskinder an den Schulen vorzustellen.

Auf die Vielzahl der Fragen konnten die Referentinnen nicht in allen Punkten ausführlich eingehen, sie gaben aber noch Hinweise zur Diagnostik und hatten weitere Tipps für die Arbeit in der Grundschule und Oberschule parat. Unter anderem wurde thematisiert, wie Elternarbeit bei großen sprachlichen Defiziten gelingen kann und welche kulturellen Besonderheiten der Herkunftsländer der Flüchtlinge in deutschen Schulen unbedingt berücksichtigt werden müssen.